Nanotechnologie

Nanotechnologie ist ein Sammelbegriff für alle wissenschaftlichen Disziplinen und Verfahren, deren Objekte kleiner als 100 Nanometer sind. Ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter und ca. 50.000 Mal kleiner als der Durchmesser eines dünnen Menschenhaares. Ein Nanopartikel verhält sich zur Größe eines Fußballs ungefähr so wie ein Fußball zum Planeten Erde. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) definiert Nanotechnologie wie folgt: Die Nanotechnologie befasst sich mit der kontrollierten Herstellung, Analyse und Nutzung von Materialien und Komponenten mit funktionsrelevanten Strukturgrößen zwischen ca. 1 und 100 Nanometern in einer Richtungsdimension. Dabei resultieren aus der Nanoskaligkeit neue Funktionalitäten und Eigenschaften, die zur Verbesserung bestehender oder zur Entwicklung neuer Produkte und Anwendungen beitragen können.

Nanotechnologie ermöglicht die technologische Beherrschung des Größenbereichs beginnend auf der atomaren/molekularen Ebene über die Komplexierung individueller Bausteine hin zu Mikrostrukturen, d.h. die Anwendung und Weiterentwicklung von Technologien, bei denen Teilchen und Strukturen in Dimensionen von wenigen Nanometern hergestellt und/oder erforscht werden.

Nanotechnologie verbindet verschiedene Wissenschaftsdisziplinen und gilt als eine der Schlüsseltechnologien des 21. Jahrhunderts. Als Querschnittstechnologie finden sich nanotechnologische Produktinnovationen in vielen Lebensbereichen von der Gesundheit (Wirkstofftransportsysteme, Diagnostika, Medizintechnik), der Mobilität (Energiespeicherung wie Batteriespeicher, Leichtbaukomponenten), der Energiewandlung sowie Energietransport, der Ernährung bis hin zu nanoelektronischen Komponenten in integrierten Schaltkreisen sowie in Alltagsprodukten wie Sonnencremes, Textilien oder Wandfarben.

Eine starke Forschungslandschaft sowie eine enge Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft in NRW tragen zu einer hohen Innovationsgeschwindigkeit bei. Über 200 Unternehmen, darunter über 50 Großunternehmen, die sich explizit mit der Nanotechnologie auseinandersetzen, sitzen in NRW. Viele von ihnen sind Weltmarktführer, so werden z.B. Innovative Autolacke aus NRW mithilfe des Zusatzes von Nanopartikeln kratzfest gemacht. Die regionalen Schwerpunkte liegen in Aachen, Dortmund, Köln/Bonn, Münster und in der Metropole Ruhr. Von der Nanotechnologie als Querschnitts- und Schlüsseltechnologie profitieren alle acht NRW-Leitmärkte: Maschinen- und Anlagenbau/Produktionstechnik, Neue Werkstoffe, Mobilität und Logistik, Informations- und Kommunikationswirtschaft, Energie- und Umweltwirtschaft, Medien- und Kreativwirtschaft, Gesundheit sowie die Life Sciences.

Über 200 Unternehmen, darunter über 50 Großunternehmen, die sich explizit mit der Nanotechnologie auseinandersetzen, sitzen in NRW.

Nanotechnologie-Forschung in Nordrhein-Westfalen

Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen hat einen Kompetenzatlas zur Nanotechnologie-Forschung in NRW erstellt. Die Datenbank gibt einen Überblick über die aktuelle Forschungslandschaft und bietet so viele Anknüpfpunkte und Kontakte für Akteure aller Leitmärkte entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Klicken Sie hier, um zur Nanotechnologie-Karte zu gelangen.

Darüber hinaus hat auch das Bundesministerium für Bildung und Forschung die „Nanokarte: Forschung und Innovation (nano-map)“ erstellt. Um zu dieser Karte zu gelangen, klicken Sie bitte hier.

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Verantwortungsvolle Innovation

Die nachhaltige Erschließung der Innovationspotenziale und damit die Nutzung der Chancen der Nanotechnologie können nur auf der Basis einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz gelingen. Eine anwendungssichere und umweltverträgliche Gestaltung der Nanotechnologie wird durch eine umfassende Begleitforschung auf Landes-, Bundes und EU-Ebene sichergestellt.

Das Projekt DaNa (Erfassung, Bewertung und breitenwirksame Darstellung von gesellschaftlich relevanten Daten und Erkenntnissen zu Nanomaterialien) hat zum Ziel, in einem interdisziplinären Ansatz mit Wissenschaftlern aus Humantoxikologie, Ökotoxikologie, Biologie, Physik und Chemie Forschungsergebnisse zu Nanomaterialien und deren Auswirkungen auf Menschen und die Umwelt so aufzubereiten, dass sie für interessierte Laien verstehbar sind. www.nanopartikel.info

NanoSicherheit: Materialien in nanoskaliger Form können ganz unterschiedliche Eigenschaften entfalten. Aus diesem Grund lassen sich generelle Aussagen zu den Risiken von Nanomaterialien nach dem derzeitigen Stand der Forschung nur schwer treffen. Überblickstudien befassen sich mit den Grundfragen der Risikobewertung von Nanomaterialien. Das Vorsorgeprinzip hilft, ungewisse Risiken direkt zu minimieren. Einzelfallbetrachtungen ermöglichen eine individuelle Risikobewertung des eingesetzten Nanomaterials. www.nano-sicherheit.de

Finden Sie hier Broschüren mit weiterführenden Informationen zum Download:
    • Aktionsplan Nanotechnologie 2020
    • nano.DE-Report 2009
    • Winzige Riesen in unserem Alltag
    • nanokits for school